rad80 Georgirittt 5.9.2016 - 15.9.2016

Gamardschoba
Georgiritt 2016
Außerordentlichst pünktlich (Didi war bei den ersten dabei !!!) gings für unsere WireDonkey-Georgiritter Anfang September über Wien und Kiew nach Kutaissi in Georgien. Von dort starteten wir direkt mit den mitgebrachten Drahteseln in Richtung Hoher Kaukasus. Die zwei Patschen von unserem mobilen Reisemechaniker Gusi nach nur 20min Radlfahren ließen böses erahnen – waren jedoch dann die einzigen während der Reise. Unser 5*deluxe Drive-in Motel in dieser Nacht – eine sicher 30 Jahre alte, verwahrloste Tankstelle - war dann gleich ein Highlight – freie Wahl des Liegeplatzes, ausgezeichnete Air-Kondition wegen zerbrochener bzw. nicht-vorhandener Fenster, fließend Wasser am angrenzenden Bach, die zugelaufene Bella als verlässlicher Wachhund, Schwammerl- & Gulaschsuppe vom Buffet am offenen Lagerfeuer und das ganze ohne die Kreditkarte belasten zu müssen – perfekt. Bei strömenden Regen gings am nächsten Tag mit einem recht streitsüchtigen (oder geldgierigen ?!) Kastenwagen-Fahrer im Enguri-Tal rauf nach Mestia - dem Tourismus-Hotspot der Region Swanetien. Die 2 Tage dort durften wir Clemens‘-Geburtstag feiern, uns bei herrlichem Chatschapuri und Ludi fest und flüssig ernähren. Leider ist halt auch beim Stand von 0:2 bei Georgien : Österreich im Dorf der Strom ausgefallen.
Komplett ohne GPS-Track’s & co, frei navigiert mit Wanderkarten, kreativ interpretiert durch Didi’s & Stefan’s freizügige geographische Herangehensweise: „do is wos strichliert – des könnt‘ ev. a Steig sein – des nemma“ gings über die Schigebiete Hatsvali & Tetnuldi (modernste neue Liftanlagen, Flutlicht, Tageskarte ca. 10€ !!) dann abwechslungsreich, kurzweilig & recht anstrengend nach Adishi. Unsere Unterkunftgeber haben wir direkt bei der Abfahrt bei der Arbeit „aufgegabelt“ – Hannes und Hubi durften ob ihres unglaublich ausgeprägten Hintergrundwissen und Erfahrungsschatzes in diesem Metier dann gleich a bisserl mit Ihren Sensen weiter mähen, Sie haben sich dafür dann gleich ein Radl von uns bis ins Tal „gechartert“ – quasi a win-win Situation.
Auch für die freilaufenden Schweine, Kühe, Pferde und Ihre jeweiligen Exkremente gilt dort bis vor die Haustüre das Jedermannsrecht – naja. Glücklich durften wir dann bei unserem „Businessman“ Yuan in der warmen Küche wieder ein prächtiges Abendessen genießen. Abendessen, Schlafen & Frühstück gibt’s für ca. 40 Lari/Person (ca. 17€). High-Speed WLAN ist natürlich auch überall dabei !!!. Dafür gibt’s halt dort keine befestigen Wege, eine kleine Dusch/WC Kombi für alle und unbeheizte Zimmer – immerhin ;-)
In 2 Liter Ludi im Plastikflaschenstandardgebinde für 3€ kann man da dann dafür ruhig auch mal investieren.
Schon in der Früh gestärkt mit frischen gebratenen Schwein gings dann Tal-einwärts Richtung dem imposanten Adishi-Gletscher, durch den kalten Gletscher-Bach - nur Weicheier & Israelis nutzen da das Tragepferd - und dann gefühlte 5 Stunden Bergaufwärts über teils nassen Lehmboden Rad & Rucksack tragen/schieben/wuchten/schwitzen/fluchen auf knapp 3000m – warum ?!
Darum: Das erste mal haben wir super Sicht auf die direkt vor unserer Nasenspitze sich aufbauende Besingi-Mauer. Eine wahnsinnig imposante, teils senkrechte und über 12km „breite“ Mauer aus Fels, Eis und Schnee mit Ihren über 5000m hohen Bergspitzen. Und ausserdem geht’s dann in einem super flowigen Singletrail auf der anderen Seite wieder runter. Clemens kleiner Finger hat sich da a bisserl verbogen – aber das stört sonst beim Nasenbohren eh ned wirklich.
Über Ipari gings weiter in das wunderschön gelegene Hochtal nach Ushguli – das höchste dauerhaft bewohnte Dorf Europas auf knapp 2200m – und u.a. wegen Ihrer markanten Wehrtürme Teil des Unesco Weltkulturerbe.
Den heutigen „Ruhetag“ wollen wir für eine Spazierfahrt zum „Gletschercafe“ am Fuße des Shkara nutzen (5193m – höchster Berg in Georgien), doch es kommt eh anders wie ma denkt. Unser freundlicher Hausherr nimmt uns in seinem mindestens 30 Jahre alten Russen-Unimog mit zu einer Dorfrundfahrt und zu seinen Wiesen – lt. Georgischer Strassenverkehrsordnung sind dabei auf der „Strasse“ streunende Schweine oder Gartenzäune wohl ned wirklich als Hindernis oder Anhaltegrund zu interpretieren. Perfekt ausgestattet mit Rechen und Gabel sind wir nun den ganzen Tag in dem steilen Hang mit z’samm rechen, Heuschober machen und a bissal posieren fürn Jungbäuerinnenkalender beschäftigt ;-). Motormäher hoffen Sie, sich in eventuell 2-3 Jahren leisen zu können. Ein zünftiges Ende findet dieser heiße Arbeitstag dann erstaunlicherweise doch noch mit einigen Standardgebinden beim Gletschercafe.
Nach 2 Nächten in Ushguli geht’s dann in der Früh – gestärkt mit dem besten Milchreis mit Rosinen ever - rauf auf den Zagaro-Pass. Oben angekommen arbeiten hier jede Menge Inderinnen und Inder vor der tollen Bergkulisse an der neuesten Bollywood-Produktion – sowas findest in keinem Reiseführer ;-).
Weiter gings in zwei Kleingruppen dann rauf auf den Latpari-Pass, auf knapp 3000m. Die „Tragegruppe“ (Clemens, Hannes, Hubi, Stefan) sind nach einigen notwendigen, unnotwendigen und tagesfüllenden auf und ab’s oben angekommen und schon ziemlich „gschossen“, die „Fahrergruppe“ (Gerhard, Günter, Didi) hat sich dafür in der Zwischenzeit schon fast den „Arsch“ abgefroren. Für die Tragegruppe und Gerhard geht’s nun flowig und rasant gefühlte 3000hm runter nach Lentheki zum Ludi. Didi und Gusi entscheiden sich am Berg direkt unter den lebensgefährlichen Heracleum giganteum (Riesen-Bärenklau) Stauden zu biwakieren – oder vielleicht auch nur um gemeinsam eine zu „dewern“ - und um am nächsten Morgen über den – unbestätigterweise - genialen-wunderbaren-schiess-mich-tot & gerade noch fahrbaren und gefühlte 5000hm langen - Wanderweg abzufahren. (Es ist wirkli so und noch vieeeel besser ;-) )
Mittlerweile macht sich trotz der hervorragenden und umfangreichen Bewirtung durch die immer recht freundlichen Georgier bei einigen durchfallsartiger „Tanz der Moleküle“ in der Kloschüssel bemerkbar. Und sobald Hubi seine - dann doch nicht verschwunden – Utensilien wie meistens doch wieder gefunden und beisammen hatte ging‘s am Abschlusstag schon wieder Richtung Kutaissi. Für Gerhard’s unzählig widerholtes „Ludi, Ludi“ lechzen und spürnasenartiges promptes Auffinden desgleichen werden wir dafür ewig dankbar sein.
Nach knapp 100km an diesem Tag - kurz rein ins verkehrsreiche Stadtzentrum – eisgekühltes Ludi & Cola ok - offenes Eis im Stadtcafe vorsorglich wegen „Tanz der Moleküle“ verweigert – durften wird in einer Kreativ-Formation sicher schneller als ein Belgischer Kreisel dann abschließend ca. 20km kerzengerade und komplett eben im Antlitz der untergehenden Sonne wieder zum Flughafen zurückradln.
Super - Genial – Unglaublich - soviel „Leben“ in einer Woche erleben zu dürfen – danke an alle die dabei waren, uns unterstützten und uns „erlauben“ das wir sowas – hoffentlich bald wieder mal ;-) - machen können…
Nachvamdis - Didi, Clemens, Gerhard, Günter, Hannes, Hubert, Stefan
Film-Doku dazu kommt in de nächsten Wochen …;-)